Bulgarien

Bulgarien – Verborgene Schätze

Bei der Planung einer Reise nach Bulgarien fallen einem wohl zuerst die Strände des schwarzen Meeres ein. So ging es mir zumindest. Ich konnte nicht erahnen, welche verborgenen Schätze Bulgarien noch zu bieten hat. Hier sind meine persönlichen Lieblingsorte, die mich auf meiner Bulgarienreise am meisten beeindruckt oder überrascht haben.

Sofia – junge Metropole mit alter Geschichte

Das Sofia auf der Liste auftaucht ist keine Überraschung. Sofia liegt am Schnittpunkt zwischen Orient und Okizent. Einflüsse verschiedener Kulturen fließen hier zusammen und gleichzeitig ist Sofia überraschend modern. Sowohl altbekannte Sehenswürdigkeiten, wie die Alexander-Nevski-Kathedrale, das Religionsdreieck oder der quirlige Frauenmarkt, aber auch ein Gang über den modernen Vitosha-Boulevard mit seinen vielen Restaurants und Geschäften und einen bestechenden Blick auf das Vitosha-Gebirge oder ein Eintauchen in Sofias Nachtleben lohnen sich.

In der Banya-Bashi-Moschee

Der Reiter von Madara

Das Abbild des Reiters kann man sich bereits auf den bulgarischen Münzen ansehen, trotzdem ist ein Besuch des monumentalen Reliefs die Reise wert. Neben dem Reiter selbst, der sich besonders gut bei Sonnenuntergang anschauen lässt, finden sich auf dem umgebenden archäologischen Komplex noch eine Felskapelle, ein thrakisches Nymphenheiligtum, ein Ritualstein und nach dem man die Felsenwand erklommen hat, eine herrliche Aussicht und die Überreste einer römischen Festung aus dem 4. Jhd.

Thrakisches Grabmal von Sveschtari

Grabhügel und thrakische Schätze sind überall in Bulgarien zu finden, aber das Königsgrabmal von Sveschtari ist eine Besonderheit. Die Grabkammer ist nur durch eine Hightech Tür zu betreten und dahinter kann man für maximal 15 Minuten die wunderschönen und einmaligen Plastiken bewundern. Eine gewisse Ironie liegt in dem erstaunlich schlechten Weg, der zu dem modernen Komplex des UNESCO-Weltkulturerbes führt. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine sehr spezielle Heiligenstätte, die des Demir Baba Teke. Eine lange Treppe, die von Pilgern mit Stoffresten verziert wurde, denn so kann ihnen die Kraft des Ortes auch über die Distanz helfen, führt zu einer Quelle und dem Mausoleum hinunter.

Der Weg zum Königsgrab (Im Grab selbst waren leider keine Fotos erlaubt, aber dafür seht ihr den schönen Lavendel am Wegrand)

Das Dreifaltigkeitskloster bei Veliko Tarnovo

Bulgariens Klöster waren schon immer die Hüter der bulgarischen Kultur. Auf meiner Bulgarienreise habe ich einige Klöster gesehen, neben dem Rila-Kloster war das Dreifaltigkeitskloster bei Veliko Tranovo am beeindruckendsten. Perfekt gelegen auf einem Hügel mit Blick auf ein Frauenkloster auf dem nächsten Hügel, zog sich der Nebel über das immer noch genutzte Kloster. Die bunten Fresken bildeten den perfekten Kontrast zum dunklen Himmel.

Die Kaleto Festung von Belogradchik

Der Abgelegenheit von Belogradchik und den ebenfalls sehr schlechten Straßenverhältnissen hat dieser wunderschöne Ort wohl seine zumindest internationale Unbekanntheit zu verdanken. Die Kaleto-Festung wurde in die skurrile Felsenlandschaft von Belogradchik hinein gebaut. Wir hatten das unendliche Glück diese Festung komplett für uns alleine zu besichtigen. Während wir einige der anliegenden Felsen von der Festung aus erklommen und die weite Aussicht genossen, konnten wir uns vorstellen, was die Formen der einzelnen Felsen darstellen, um die sich viele Legenden ranken.

Die Magura Höhle

Nicht weit von der Kaleto Festung entfernt befindet sich die Madura-Höhle, eine Tropfsteinhöhle riesigen Ausmaßes mit 7-10 tausend Jahren alten Wandmalereien. Geht man aus der heißen Sommerhitze in die nasse Kälte der großen Eingangshöhle hinein, hat man bereits das Gefühl in eine andere Welt hinabzusteigen. Geht man still zwischen den bizarren Steinformationen hindurch ist nur das Tropfen des Wassers zu hören, alles andere wird von der dunklen Höhle aufgezogen. Die Akustik ist so gut, dass manchmal auch Konzerte hier stattfinden. Aber vorsichtig, es ist äußerst kalt und rutschig.

Die Sieben Rila Seen

Die sieben Bergseen liegen bereits auf der alpinen Höhe des Rilagebirges nicht weit von Sophia entfernt. Mit einem Sessellift kann man auf alpine Höhe hinauffahren und die Seen umwandern. Dabei offenbaren sich immer wieder überraschend unterschiedliche Ausblicke auf die einzelnen Seen. Jeder See hat seinen eigenen Namen, wie das Auge und die Träne oder das Dreiblättrige Kleeblatt, der durch die jeweilige Form bestimmt ist. Wenn einem die Rundwanderung um die Seen nicht reicht, dann kann man einfach weiter zum Rila-Kloster wandern.

Plovdiv

Plovdiv war neben dem Rila-Kloster ein Highlight meiner Reise und noch ein komplett Unerwartetes dazu. Das Hipster Mekka kann durch seine uralte Geschichte glänzen. Plovdiv hat neben dem lebendigem Kapana-Viertel (auf Deutsch „die Falle“), dass durch Street Art, seine vielen Cafès und Bars besticht, eine Vielzahl römischer Ruinen, aber auch ein aktives Amphitheater zu bieten. Mein Tipp ist den wunderschönen Ausblick auf die Stadt bei Sonnenuntergang vom Hügel Nebet Tepe zwischen Ruinen zu genießen.

Rila Kloster

Nicht umsonst fahren jeden Tag unzählige Touristenbussen zum Rila-Kloster. Die schöne Lage zwischen Wäldern und Bergen und seine einmalige Bedeutung als Zentrum für Kultur, Kunst und Lehre machen den Besuch des Rila-Klosters meiner Meinung nach zu einer unverzichtbaren Erfahrung auf jeder Bulgarien Reise. Um die Atmosphäre genießen zu können eignet sich eine Übernachtung in dem Kloster. Meine Highlights waren der verrußte 22 Meter hohe Kamin der Klosterküche und das Raphaelskreuz im Klostermuseum, ein Holzkreuz in das ein Mönch circa 600 winzige Figuren hineingeschnitzt hat. Die Höhle des Klostergründers und Einsiedlers Ivan Rilksi befindet sich nicht weit vom Kloster entfernt. Der Gang durch die stockdunkle Höhle, um sich dann durch einer kleinen Öffnung zwischen den Steinen hindurch zu quetschen, soll einem seine Sünden vergeben. Am besten eine Kerze oder Taschenlampe mitnehmen. d

Der Schornstein der Klosterküche

Was waren eure Highlights in Bulgarien?

14 Kommentare

  • Rebekah Schmidt

    Toll! Sehr gut geschrieben. Jetzt habe ich lust nach Bulgarien zu fahren. Ich freue mich schon auf weitere Texte. Weiter so!

  • Ronald

    Eine schöne Seite. Du fängst die Schönheit und Besonderheit der einzelnen Orte ein und lässt uns daran teilhaben, wie du sie erlebt und empfunden hast.
    Wann kommt dein nächster Beitrag?

  • Caterina

    Hallo Natalie, prima Texte. Ich habe auch nicht gewusst, dass Bulgarien so schön und abwechslungsreich ist. Die Fotos sind total super und gebe dem ganzen ein tolles Flair. Weiter so!

  • Fränzi

    Oh, ich freue mich schon sehr auf den Schottland-Beitrag!
    Weiterhin ganz viel Spaß und Erfolg bei deinen tollen Berichten und Reisen!

  • Emelita

    Ich bin sehr imponiert über den Inhalt deines Berichtes. Die Bilder sind sehr professionell aufgenommen und ausserordentlich mit Informationen erklärt worden. Ich würde mich über deine zukünftigen Reisebloggs sehr freuen. Viel Spaß… Emelita

  • Indra

    Hallo Natalie!
    Ich habe den Link für Deine Seite von Rebekah bekomme! Auch an sie herzlichen Dank für den schönen Tipp😊!
    Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen, und die Photos finde ich toll! Bin ganz überrascht wie schön Bulgarien ist; wäre wirklich eine Reise wert.
    Auf Deinen Beitrag über Schottland freue ich mich schon sehr.
    Liebe Grüsse von Indra

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